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Ausbau digitaler Infrastruktur: Neues energieeffizientes Rechenzentrum in Rhein-Main

Veröffentlicht: 12.11.2020 300 Gästen waren per Live-Stream dabei, als Ende Oktober 2020 nach rund einem Jahr Bauzeit in Offenbach das neue Rechenzentrum „MAIN DC“ im Rahmen einer virtuellen Eröffnungsfeier in Betrieb genommen wurde. Technologieunternehmen weltweit profitieren von neuen Kapazitäten.

Auf dem Campus der Energieversorgung Offenbach (EVO) liegt es in unmittelbarer Nähe eines der weltweit wichtigsten Internetknoten (DE-CIX) in Frankfurt. So ist die schnelle Anbindung des Rechenzentrums an die weltweiten Datenströme sichergestellt. Die KfW IPEX-Bank hat die Finanzierung des Rechenzentrums in Höhe von 117 Mio. EUR übernommen. Das Gesamtinvestitionsvolumen liegt bei rund 160 Mio. EUR.

Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir machte deutlich, dass IT und Datenverkehr zur entscheidenden wirtschaftlichen Infrastruktur nicht nur im Rhein-Main-Gebiet geworden seien. „Zudem ziehen Rechenzentren andere Unternehmen an, deren Geschäftsmodelle auf digitalen Prozessen aufbauen“, führte Al-Wazir aus.

Auch für Offenbachs Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke ist „schnelles Internet heute die wichtigste Lebensader der Wirtschaft“. Ein moderner Standort für Produktion und Dienstleistungen benötige leistungsstarke Datenleitungen und ausreichend Datenspeicher.

Das neue Rechenzentrum hat eine Grundfläche von 7.800 Quadratmetern; für den Gebäudekomplex ist eine Bruttogeschoßfläche von 22.000 Quadratmeter vorgesehen. Die Räume für die Rechner und Computerserver sind rund 8.000 Quadratmeter groß. Darin finden rund 3.300 Computerracks Platz.

„Wenn unzählige Beschäftigte von einem Tag zum anderen mobil arbeiten, wenn Schülerinnen und Schüler online lernen, wenn Meetings nur noch als Videokonferenzen stattfinden, dann brauchen wir eine leistungsfähige Dateninfrastruktur“, machte der EVO-Vorstandsvorsitzende Dr. Christoph Meier deutlich. Es sei alles unternommen worden, um das Rechenzentrum so ökologisch wie möglich zu entwerfen und zu betreiben. „Das erreichen wir vor allem durch optimale Kühlung der Server, denn die Kühlung verbraucht die meiste Energie“, wie Dr. Meier weiter ausführte. Insgesamt werde das Data Center einen sogenannten PUE-Wert (power usage effectiveness) von höchstens 1,3 haben. Je geringer dieser Wert sei, desto effektiver arbeite das Rechenzentrum. „Damit liegen wir weit unter dem Durchschnitt in Deutschland. Wir tragen dazu bei, dass die Ausweitung der Rechenzentrums-Fläche nicht in gleichem Ausmaß zu einer Steigerung des Energieverbrauchs führen wird.“

Trotz der weltweiten Corona-Pandemie sind die Arbeiten ohne größere Unterbrechungen verlaufen und im Zeitplan geblieben.