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Repräsentanz Mumbai

Unser Zugang zum indischen Subkontinent

Die Repräsentanz in Mumbai (Bombay), das wirtschaftliche Zentrum des Landes, unterstützt die Aktivitäten der KfW IPEX-Bank in Indien.


Wichtiger Zielmarkt

Die Region stellt für die KfW IPEX-Bank einen wichtigen Zielmarkt dar. Sie begleitet Unternehmen der deutschen und europäischen Exportwirtschaft mit Absatzfinanzierungen und finanziert deutsche Direktinvestitionen vor Ort. Darüber hinaus unterstützt sie lokale Unternehmen außerhalb der Region bei Finanzierungen von Investitionen mit deutschem und europäischem Bezug sowie beim Handel mit deutschen und europäischen Abnehmern.

Die KfW IPEX-Bank ist in der Region in allen ihren Geschäftssparten aktiv.

Luis-Miguel Gutiérrez, Büroleiter in Mumbai, im Gespräch über Chancen für die deutsche und europäische Exportwirtschaft in Indien.

Luis-Miguel Gutiérrez
Luis-Miguel Gutiérrez, Leiter der Repräsentanz in Mumbai

Herr Gutiérrez, halten Sie Finanzierungen, die von einer ECA gedeckt werden, für eine attraktive Option für Initiativen wie "Make in India", weil sie stärker lokal ausgerichtet sind?

Auf kurze Sicht natürlich! Wenn Fertigungsanlagen gebaut oder erweitert werden sollen, werden neue Investitionen benötigt, und genau hier kommen die ECA ins Spiel. Kreditnehmer nutzen ECA-Kredite in der Regel, um die Laufzeiten zu maximieren und die Finanzierungskosten deutlich zu reduzieren. In der Vergangenheit brachte die Einbeziehung von subventionierten Zinsplänen unter einem ECA-Rahmen Kreditnehmern in Indien zusätzliche Vorteile. Angesichts der historisch niedrigen Interbankenzinssätze hat jedoch die Nachfrage nach diesen besonderen Programmen in Indien nachgelassen. Mittlerweile bevorzugen die Kreditnehmer in der Regel variabel verzinsliche ECA-Kredite. Auf lange Sicht könnte die Zahl der Transaktionen, die für eine ECA-Deckung in Frage kommen, zurückgehen, aber ich mache mir da keine großen Sorgen. Es werden sich immer Transaktionen finden, bei denen ECA zur Wertschöpfung beitragen können.

Würde dies nicht eine gewisse Verschiebung in Ihrem Portfolio und eine Verstärkung des Geschäfts außerhalb der ECA-Finanzierungen zur Folge haben?

Auch wenn die ECA-Finanzierung eine unserer Kernkompetenzen ist, unterstützen wir in Indien selektiv auch Kreditnehmer mit Fremdwährungskrediten, so genanntem External Commercial Borrowing (ECB), und Handelskrediten. Hier sehe ich durchaus Kontinuität. Unser Portfolio in Indien besteht derzeit zu fast 60 % aus langfristigen Finanzierungen in den Sektoren Petrochemie und Metalle. Der Rest ist breit gestreut über den Infrastruktursektor und Branchen wie Häfen, Stromerzeugung, Fertigung sowie See- und Luftfahrt. Wir haben unser Geschäft in den letzten Jahren außerdem auf kurzfristige Handelskredite ausgedehnt. Auch künftig werden wir uns für unsere Bestandskunden und unsere Geschäftsfelder engagieren. Parallel dazu expandiert unsere Frankfurter Zentrale weiter in die Bereiche Rohstoffe, Flughäfen, Offshore-Anlagen und Projekte im Bereich urbane Mobilität, wie S- und U-Bahnen und Busse.

Welche Rolle spielt die Repräsentanz Mumbai?

Es ist wichtig zu sehen, dass der Schwerpunkt unseres Engagements innerhalb der BRICS-Staaten auf Indien liegt. Mehr laufende Engagements haben wir nur in der EU und den USA. Ich denke, die Stellung Indiens ist aus diesem Blickwinkel beeindruckend! Diese Repräsentanz spielt eine äußerst wichtige Rolle bei der Unterstützung der Zentrale. Sie erleichtert den Dialog mit Partnern vor Ort und hilft uns, die Marktentwicklungen sorgfältig zu beobachten. Darüber hinaus läuft alles über unsere Zentrale.

Wie sehen Sie als Bank das aktuelle Niveau notleidender Aktiva und die Schwierigkeiten in bestimmten Sektoren?

Meiner Einschätzung nach befindet sich der Bankensektor momentan an einem Wendepunkt. Entscheidende Impulse werden meines Erachtens dadurch gesetzt, dass man die Frage der adäquaten Risikoallokation von Anfang an und der Beitreibung von gefährdeten Krediten angeht. Die Reserve Bank of India und die indische Regierung unternehmen große Anstrengungen, um einerseits den Bankensektor zu stärken und andererseits die Kredit- und Kapitalmärkte zu vertiefen. Die Liste der Maßnahmen ist schon jetzt beeindruckend. Sicherlich gibt es bei der Umsetzung noch Fallstricke. Aber man muss auch anerkennen, dass wir es hier mit einer schrittweisen Umstellung auf eine angemessenere Risikoverteilung zwischen Sponsoren, Kreditgebern und gegebenenfalls der öffentlichen Hand zu tun haben. Ich bin zuversichtlich, dass bei einer kontinuierlichen Fortsetzung dieses Prozesses mehr ausländisches Kapital und mehr Kredite ins Land fließen und zu einem nachhaltigen Wachstum in Indien beitragen werden. Ich glaube, wir sind auf dem richtigen Weg.

Die Repräsentanz der KfW IPEX-Bank in Mumbai tätigt keine eigenständigen Bankgeschäfte. Ihre ausschließliche Aufgabe besteht in der Unterstützung der Zentrale in Frankfurt.