Tipp: Aktivieren Sie Javascript, damit Sie alle Funktionen unserer Website nutzen können.

Unsere Rolle in der Außen­wirtschafts­förderung

Ein Mann blickt aus einem offenem Cargo Flugzeug, das auf dem Boden steht

Als Tochterunternehmen der Förderbank KfW fühlen wir uns der deutschen und europäischen Wirtschaft verpflichtet und unterstützen seit rund 60 Jahren die Exportwirtschaft auf vielfältige Weise.

Unsere mittel- und langfristigen Finanzierungslösungen sind maßgeschneidert auf die vielfältigen Bedürfnisse unserer Kunden, zu denen sowohl international ausgerichtete Großunternehmen als auch mittelständische Unternehmen zählen.


Im Auftrag der Bundesregierung führen wir zwei Exportförder­programme durch:

Politikberatung zu Fragen der Außenwirtschafts­förderung:

Weniger Risiko beim Export? Am besten mit einer Versicherung!

Interview mit Dr. Nadja Marschhausen, Abteilungsleiterin Strukturierungsberatung

Mit Waren und Dienstleistungen im Wert von 1,3 Billionen Euro hat Deutschland 2018 mehr als je zuvor in seiner Geschichte exportiert. Unterstützt werden deutsche Ausfuhren auch vom Bund, beispielsweise durch Garantien des hierfür mandatierten Exportkreditversicherers Euler Hermes Deutschland. "Diese sind ein wichtiger Baustein im Bereich der Exportfinanzierung", sagt Dr. Nadja Marschhausen, Abteilungsleiterin Strukturierungsberatung der KfW IPEX-Bank im Interview.

Gilt der Titel des "Exportweltmeisters" noch als Selbstläufer und ist er beständiger als der des Fußballweltmeisters?

Schon 2008 sind wir von den Chinesen als Exportweltmeister überholt worden. Wir spielen aber auf jeden Fall weiter in der Championsleague, sind eine bedeutende Exportnation und Exporte sind nach wie vor der Motor für unsere Wirtschaft und die Arbeitsplätze in Deutschland. Deshalb sind die ganzen Bemühungen der Politik um die Exportförderung extrem wichtig. Jeder vierte Arbeitsplatz hängt davon ab. Das ist kein Selbstläufer und will hart erarbeitet sein: Die deutschen Unternehmer müssen Güter produzieren, die als Produkt und vom Preis her attraktiv für den Weltmarkt sind. Die Regierung kann sie dann mit geeigneten Instrumenten, z.B. einer Exportkreditversicherung in ihrem Bestreben, nach draußen zu gehen, unterstützen. Solche Exportkreditversicherungen werden im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland von der Euler Hermes Aktiengesellschaft als Mandatar des Bundes bearbeitet.

Weniger Risiko bei Exportgeschäften

Exportgeschäfte mit Risikoländern können die unternehmerische Existenz bedrohen. Frau Dr. Marschhausen erklärt, wie eine Exportkreditversicherung für mehr Sicherheit sorgt.

Zum Video (2:05 Min.)

So funktioniert eine Hermesdeckung

Wie funktioniert die ECA-Deckung?

Die ECA-Deckung ist ein Instrument der Außenwirtschaftsförderung. Es handelt sich um eine staatliche Versicherung, die gegenüber Banken den Ausfall des Kreditnehmers absichert: Kommt ein Kreditnehmer seinen Zahlungen an die Bank nicht nach, tritt die Versicherung der ECA ein. Im Schadensfall trägt die Bank einen Selbstbehalt i. d. R. von 5 % der Kreditsumme.

Was ist der Vorteil für die Exportunternehmen?

Sie können damit ihr Produkt einfacher verkaufen. Denn der ausländische Besteller braucht im Regelfall zum Erwerb der Waren und Dienstleistungen Fremdkapital. Dieses stellen die Banken oft nur mit einer entsprechenden Deckung bereit. Insbesondere Finanzierungen für Exporte in Länder mit erschwertem Zugang zu Finanzierungen kommen mitunter überhaupt nur im Zuge einer ECA-Deckung zustande.

Mal angenommen ein Unternehmen möchte für eine Industrieanlage in China eine Spezialmaschinen exportieren; wie funktioniert das?

Im Regelfall bittet der chinesische Besteller, dem Exportangebot auch ein Finanzierungsangebot einer Bank beizufügen, damit er die Gesamtkosten des Geschäftes beurteilen kann. Der Exporteur wendet sich also an die KfW IPEX-Bank – wir prüfen, ob eine Finanzierung zunächst grundsätzlich machbar ist. Dafür müsste es sich z.B. um deutsche oder europäische Lieferungen, Leistungen oder Güter handeln. Im zweiten Schritt prüfen wir die wirtschaftliche Lage des Bestellers in China, ob er den Kredit störungsfrei zurückzahlen kann. Wichtig ist auch, die ggf. erforderliche Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung frühzeitig zu starten. Wird der Exporteur mit dem chinesischen Besteller schließlich handelseinig, kümmern sich unsere Experten um die Beantragung einer Exportkreditversicherung bei Euler Hermes. Nach Verhandlung und Abschluss des Kreditvertrages zwischen KfW IPEX-Bank und dem chinesischen Besteller ist der Exportkredit auszahlungsreif für den Auftrag nach China. Der Exporteur bekommt dann von uns das Geld für die Lieferung der Maschine ausgezahlt.

Gibt es Länder, in denen es besonders kritisch ist zu investieren?

Tendenziell sind besonders Schwellen- und Entwicklungsländern von Krisenherden, Instabilitäten und größeren Risiken für die Abwicklung des Außenhandels geprägt. Gleichzeitig finden Sie dort gegenüber den etablierten Märkten aber auch neue Geschäftsmöglichkeiten und Wachstumspotenziale. Afrika und speziell die Compact with Africa-Initiative der G20 ist ein klassisches Beispiel: der schwarze Kontinent ist traditionell eher ein Absatzmarkt und Rohstofflieferant. Für die Zukunft gefragt ist aber eine gleichberechtigte und auf Dauer angelegte Partnerschaft, die allen Beteiligten gleichermaßen zugutekommt. Dazu gehört, die Bedingungen für den Handel und Privatinvestitionen zu verbessern und gleichzeitig die Grundlagen für Arbeitsplätze und Wohlstand der Bevölkerung zu schaffen.

Sind Exportkredite auch eine Art von Entwicklungshilfe, weil sonst niemand in diesen Ländern investieren würde?

Sie sind eine Hilfe dafür, dass sich dort auch eine heimische Industrie und damit Wohlstand entwickelt. Etwa der Ausbau der Schieneninfrastruktur Äthiopiens oder der Neubau des hochmodernen Cargo Terminals von Ethiopian Airlines in Addis Abeba sind von uns finanzierte langlebige Investitionen, die dem Land helfen.

Lesen Sie weitere Einschätzungen von Dr. Nadja Marschhausen auf KfW Stories

"Mehr Sicherheit für Auslandsgeschäfte"

Dr. Nadja Marschhausen, Abteilungsleiterin Strukturierungsberatung der KfW IPEX-Bank, im Interview.