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Unsere Rolle in der Außen­wirtschafts­förderung

Ein Mann blickt aus einem offenem Cargo Flugzeug, das auf dem Boden steht

Als Tochterunternehmen der Förderbank KfW fühlen wir uns der deutschen und europäischen Wirtschaft verpflichtet und unterstützen seit rund 60 Jahren die Exportwirtschaft auf vielfältige Weise.

Unsere mittel- und langfristigen Finanzierungslösungen sind maßgeschneidert auf die vielfältigen Bedürfnisse unserer Kunden, zu denen sowohl international ausgerichtete Großunternehmen als auch mittelständische Unternehmen zählen.


Im Auftrag der Bundesregierung führen wir zwei Exportförder­programme durch:

Politikberatung zu Fragen der Außenwirtschafts­förderung:

Wie unterstützt eine Exportkreditversicherung Exportgeschäfte?

Interview mit Dr. Nadja Marschhausen, Abteilungsleiterin Strukturierungsberatung

Portrait von Dr. Nadja Marschhausen
Dr. Nadja Marschhausen, KfW IPEX-Bank

Das Gesamtvolumen der Exporte hat bereits vor Jahren die Billionengrenze überschritten. Unterstützt werden deutsche Ausfuhren auch vom Bund, beispielsweise durch Garantien des hierfür mandatierten Exportkreditversicherers Euler Hermes Deutschland. "Diese sind ein wichtiger Baustein im Bereich der Exportfinanzierung", sagt Dr. Nadja Marschhausen, Abteilungsleiterin Strukturierungsberatung der KfW IPEX-Bank im Interview.

Deutschland wird häufig als Exportweltmeister beschrieben. Was brauchen exportierende Unternehmen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben?

Solange der Technologievorsprung und die Qualitätsführerschaft erhalten bleiben, hat die deutsche Exportindustrie gute Verkaufsargumente. Wichtig ist aber auch die flankierende Unterstützung durch passende Finanzierungsinstrumente wie CIRR-Kredite (Commercial Interest Reference Rate) und andere Finanzierungsquellen, insbesondere für Projekte in Hochrisikoländern ohne funktionierende Finanzierungsmärkte. Ein wirkungsvolles Instrument zur Exportförderung ist die ECA-Deckung (Export Credit Agency), die in Deutschland über die vom Bund mandatierte Versicherungsgesellschaft Euler Hermes zu beziehen ist.

Infografik, die erklärt wie eine Hermesdeckung funktioniert
So funktioniert eine Hermesdeckung

Wie funktioniert die ECA-Deckung?

Die ECA-Deckung ist ein Instrument der Außenwirtschaftsförderung. Es handelt sich um eine staatliche Versicherung, die gegenüber Banken den Ausfall des Kreditnehmers absichert: Kommt ein Kreditnehmer seinen Zahlungen an die Bank nicht nach, tritt die Versicherung der ECA ein. Im Schadensfall trägt die Bank einen Selbstbehalt i. d. R. von 5 % der Kreditsumme.

Was ist der Vorteil für die Exportunternehmen?

Sie können damit ihr Produkt einfacher verkaufen. Denn der ausländische Besteller braucht im Regelfall zum Erwerb der Waren und Dienstleistungen Fremdkapital. Dieses stellen die Banken oft nur mit einer entsprechenden Deckung bereit. Insbesondere Finanzierungen für Exporte in Länder mit erschwertem Zugang zu Finanzierungen kommen mitunter überhaupt nur im Zuge einer ECA-Deckung zustande.

Wie stehen denn die Chancen für kleine und mittelständische Unternehmen – können diese denn auch von den Hermesdeckungen profitieren?

Grundsätzlich können kleinen und mittlere Unternehmen (KMU) ebenso wie große Exporteure die gesamte Bandbreite der Hermesprodukte nutzen. Euler Hermes zufolge stammen drei von vier Versicherungsanträgen von Kleinunternehmen. Insgesamt sind dies 30.000 Anträge pro Jahr. In vielen Fällen geht es dabei um kleinere Transaktionen mit kurzfristigem Zahlungsziel, aber KMU sind auch häufig als Subunternehmer an Großprojekten beteiligt. In jedem Fall bedürfen kleinteilige deckungsfähige Auftragswerte der Weiterentwicklung. Ziel muss es sein, reproduzierbare aufwandsgerechte Finanzierungsstrukturen zu schaffen.

Wo sehen Sie die aktuellen Trends in der Exportkreditfinanzierung?

Den Zeitgeist und das Tempo der Exportfinanzierung bestimmt die Exportwirtschaft im internationalen Marktumfeld. Exporteure wie Banken sind mit dem Fakt konfrontiert, dass Wachstumsmärkte und Geschäftspotenziale zunehmend in Hochrisikoländern liegen. Euler Hermes zufolge steigt der Anteil an neuen Deckungen in Entwicklungs- und Schwellenländern kontinuierlich an. Begrüßenswert ist zum Beispiel die Erweiterung der Deckungsmöglichkeiten für ausgewählte Länder der Subsahara-Region oder die Wiederöffnung der Deckungsmöglichkeiten für Argentinien. Der sorgfältigen Prüfung der risikomäßigen Vertretbarkeit kommt hier eine besondere Bedeutung zu. Neben der wachsenden Bedeutung internationaler Wertschöpfungsketten, dem Trend zum globalen Sourcing von Komponenten und Zulieferungen für große Projekte/Anlagen, beobachten wir eine steigende Nachfrage für Finanzierungen unter Einsatz mehrerer paralleler ECA-Deckungen (sogenanntes Multisourcing) und Shopping-Lines, die den Ausbau der Zusammenarbeit unter den jeweiligen Exportkreditagenturen sowie eine Harmonisierung der Geschäftsbedingungen erforderlich macht.